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Essays in Economic History : Demographic, Political, and Methodological Changes⁠

DOI zum Zitieren der Version auf EPub Bayreuth: https://doi.org/10.15495/EPub_UBT_00009589
URN zum Zitieren der Version auf EPub Bayreuth: urn:nbn:de:bvb:703-epub-9589-9

Titelangaben

Öztürk, Volkan Timur:
Essays in Economic History : Demographic, Political, and Methodological Changes⁠.
Bayreuth , 2026 . - XI, 182 S.
( Dissertation, 2026 , Universität Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)

Abstract

Diese Dissertation untersucht, wie beständige soziale und institutionelle Strukturen langfristige historische Wandlungsprozesse prägen und wie Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz dazu beitragen können, historische Quellen für die empirische Untersuchung solcher Prozesse zu erschließen. Im Mittelpunkt stehen die konfessionellen Gegensätze in Südwestdeutschland, insbesondere die Rolle protestantischer und katholischer Gemeinden im demografischen und politischen Wandel. Der methodische Beitrag besteht in einem reproduzierbaren Verfahren zur Erstellung umfangreicher, strukturierter historischer Datensätze. Das erste Kapitel untersucht den Fertilitätsrückgang in Württemberg zwischen 1871 und 1933. Anhand neu erhobener Daten auf Gemeindeebene zeigt es, dass der Übergang zu niedrigeren Geburtenraten in protestantischen Gemeinden früher einsetzte als in katholischen. Die Ergebnisse legen nahe, dass dieser Unterschied nicht in erster Linie auf wirtschaftliche Modernisierung zurückzuführen war, sondern mit religiösen Normen, Säkularisierung und einem Wandel der Einstellungen zur bewussten Geburtenkontrolle zusammenhing. Das zweite Kapitel untersucht, wie konfessionelle Konfliktlinien den politischen Wettbewerb in der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik prägten. Es zeigt, dass die katholische Zentrumspartei in katholischen Gebieten einen festen politischen Anker bildete, während protestantische Gebiete politisch stärker fragmentiert waren und die NSDAP dort später größere Teile der Wählerschaft hinter sich vereinen konnte. Nach 1945 schwächte die CDU die überkommene konfessionelle Trennung ab. Dennoch blieb die Unterstützung für rechtsextreme Parteien in katholischen Gebieten geringer. Das dritte Kapitel widmet sich der Erstellung historischer Datensätze. Es entwickelt einen reproduzierbaren Arbeitsablauf, der große Sprachmodelle (LLMs) nutzt, um strukturierte Informationen aus historischen biografischen Quellen zu extrahieren. Am Beispiel der Ausgabe von 1911 von Degeners Wer ist’s? zeigt das Kapitel, wie künstliche Intelligenz die Erstellung umfangreicher historischer Datensätze unterstützen kann und dabei Transparenz und Reproduzierbarkeit gewahrt bleiben.

Abstract in weiterer Sprache

This thesis studies how persistent social and institutional structures shape long-run historical change, and how new advances in artificial intelligence methods can help build datasets from historical sources to examine such change. It focuses on the confessional divide in southwestern Germany, especially the role of Protestant and Catholic communities in demographic and political transformation. Its methodological contribution is a reproducible workflow for creating structured historical data at scale. The first chapter examines the fertility decline in Württemberg between 1871 and 1933. Using novel parish-level data, it provides evidence that Protestant communities entered the fertility transition earlier than Catholic parishes. The results suggest that this difference was not primarily driven by economic modernization, but was instead linked to religious norms, secularization, and changing attitudes toward deliberate fertility control. The second chapter studies how confessional cleavages shaped political competition from the Weimar Republic to postwar West Germany. It shows that Catholic areas were strongly anchored by the Catholic party Zentrum, while Protestant areas were more politically fragmented and later more exposed to Nazi electoral consolidation. After 1945, the CDU weakened the older confessional divide, although Catholic areas remained less prone to far-right voting. The third chapter turns to the production of historical data itself. It develops a reproducible LLM-based workflow for extracting structured information from historical biographical sources. Applied to Degener's Wer Ist’s? from 1911, the chapter shows how artificial intelligence supports the creation of large-scale historical datasets while preserving transparency and reproducibility.

Weitere Angaben

Publikationsform: Dissertation (Ohne Angabe)
Keywords: Economic history; confessional cleavages; fertility transition; party-system fragmentation; far-right voting; large language models; historical data extraction; Germany
Themengebiete aus DDC: 300 Sozialwissenschaften > 320 Politikwissenschaft
300 Sozialwissenschaften > 330 Wirtschaft
900 Geschichte und Geografie > 900 Geschichte
900 Geschichte und Geografie > 940 Geschichte Europas
Institutionen der Universität: Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Volkswirtschaftslehre > Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre VII: Quantitative Wirtschaftsgeschichte
Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Volkswirtschaftslehre > Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre VII: Quantitative Wirtschaftsgeschichte > Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre VII: Quantitative Wirtschaftsgeschichte - Univ.-Prof. Dr. Sebastian Till Braun
Graduierteneinrichtungen > University of Bayreuth Graduate School
Fakultäten
Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Volkswirtschaftslehre
Graduierteneinrichtungen
Sprache: Englisch
Titel an der UBT entstanden: Ja
URN: urn:nbn:de:bvb:703-epub-9589-9
Eingestellt am: 28 Sep 2026 07:07
Letzte Änderung: 28 Sep 2026 07:07
URI: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/9589

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