URN zum Zitieren der Version auf EPub Bayreuth: urn:nbn:de:bvb:703-epub-8807-4
Titelangaben
Franzen, Jonas:
Desert and Equality – A modern analysis of two classic values.
Bayreuth
,
2026
. - 219 S.
(
Dissertation,
2026
, Universität Bayreuth, Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Volltext
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Abstract
Meine Dissertation untersucht die Beziehung zwischen zwei distributiven Werten, die im Zentrum moderner Debatten über Verteilungsgerechtigkeit stehen, nämlich Verdienst und Gleichheit. Diese beiden Werte gelten seit Langem als Gegensätze: Entweder erhält man einen gleichen Anteil am Guten, oder man erhält das, was man verdient. Da Individuen meist in unterschiedlichem Maße verdienstvoll sind, verdienen sie auch unterschiedlich große Anteile am Guten. Ich stelle diese Auffassung infrage, indem ich zeige, dass der Zufallsegalitarismus („Luck Egalitarianism“), eine der einflussreichsten Interpretationen des zeitgenössischen Egalitarismus, keine Theorie der Gleichheit ist. Stattdessen baut er auf der normativen Bedeutung individueller Entscheidungen und individuellen Verdienstes auf. Anschließend schlage ich eine spezifische Interpretation von Verdienst vor, nämlich als ein Verhältnis der Angemessenheit („Fittingness“) zwischen dem Wohlergehen einer Person und der moralischen Qualität ihres Handelns. Diese Position bezeichne ich als „Verdienst als angemessene Belohnung“ (“Desert as Fitting Rewards”). In einfachen Worten: Menschen, die sich gut verhalten, sollten gut gestellt sein, während Menschen, die sich schlecht verhalten, schlechter gestellt sein sollten. Ich bette diese Überlegungen zu Verdienst und seinem Zusammenhang mit Gleichheit in allgemeinere Reflexionen über die philosophische Methode ein. Ich untersuche, was Philosophinnen und Philosophen tun (sollten), wenn sie philosophieren, und zeige, wie ein besseres Verständnis der philosophischen Methode im Gegenzug philosophische Theorien verbessern kann. Meine eigenen Theorien zu Verdienst und Gleichheit sind ebenso Illustrationen dieser allgemeinen methodologischen Überlegungen wie eigenständige Beiträge zur zeitgenössischen Theoriebildung über Verteilungsgerechtigkeit
Abstract in weiterer Sprache
My dissertation examines the relationship between two distributive values that lie at the centre of modern debates about distributive justice, namely “desert” and “equality”. These two values have long been regarded as antagonists: one either gets an equal share of the good, or one gets what one deserves. Since individuals are more often than not unequally deserving, what one deserves will not be an equal share. I challenge this view by showing that luck egalitarianism, one of the most influential accounts of contemporary egalitarianism, is not genuinely egalitarian. Instead, it is grounded in concerns about individual responsibility and desert. I then propose a specific interpretation of “desert”, namely a relation of fittingness between one’s well being and one’s well doing, and call this view “Desert as Fitting Rewards”. In simple terms, people who behave well should be well off, while people who behave badly should be worse off. I embed these ideas about “desert” and its connection to “equality” in more general reflections on philosophical method. I scrutinize what philosophers (should) do when they philosophise and show how a better understanding of philosophical method can improve philosophical theories. My own theories about “desert” and “equality” are as much illustrations of these general ideas as they are independent contributions to contemporary theorizing about distributive justice.

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