URN zum Zitieren der Version auf EPub Bayreuth: urn:nbn:de:bvb:703-epub-9445-6
Titelangaben
Schmidt, Sebastian:
Zur Vulnerabilität der Pflegeprofession innerhalb der beruflichen Ausbildung und Tätigkeit.
2026
. - 86 S.
(
Dissertation,
2026
, Universität Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Volltext
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Abstract
Die Vulnerabilität stellt im Sinne der Conditio humana ein zentrales Kriterium dar, um Menschen mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen zu identifizieren und darauf beruhende gesellschaftliche Ungleichheiten im Kontext der Gesundheitsversorgung abzubauen. Hierbei ist es vor allem von Bedeutung, dass Merkmale, welche mit Vulnerabilität assoziiert sind, weiterführend in ihren spezifischen Kontexten konturiert und kontextualisiert werden. Innerhalb der Pflegeprofession, der größten Berufsgruppe des Gesundheitswesens, stellen sowohl die Gesundheitskompetenz, als modifizierbare Variable sowie das Vorhandensein eines Migrationshintergrunds, als nicht-modifizierbare Variable wesentliche Merkmale im Kontext der Vulnerabilität der Pflegeprofession dar, wobei diese einerseits im Setting der beruflichen Tätigkeit (erster Forschungsstrang) und andererseits im Setting der beruflichen Ausbildung (zweiter Forschungsstrang) den Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit darstellen. In einem ersten Schritt wurde hierzu eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um spezifische Belastungsfaktoren von Pflegefachpersonen mit Migrationshintergrund (PmMH) in der Kranken- und Altenpflege im Setting der beruflichen Tätigkeit zu identifizieren (erster Beitrag). Der zweite Beitrag richtete die Perspektive auf das Setting der beruflichen Ausbildung und untersuchte dabei in einem ersten, qualitativen Schritt, inwiefern die Förderung der Gesundheitskompetenz von Auszubildenden Gegenstand der generalistischen Pflegeausbildung ist und durch die Ausbildungspraxis operationalisiert wird (zweiter Beitrag). Darauf aufbauend wurde in einem dritten, quantitativen Schritt, die Gesundheitskompetenz von Auszubildenen erhoben und überprüft, ob sich die Gesundheitskompetenz zwischen dem ersten, zweiten und dritten Ausbildungsjahr unterscheidet (dritter Beitrag). Mittels des ersten Beitrags konnten besondere Belastungen bei PmMH identifiziert werden, welche spezifisch im Kontext der pflegerischen Tätigkeit zuzuordnen sind und damit eine Setting-spezifische Vulnerabilität innerhalb der Pflegeprofession erzeugen. Hierzu zählen unter anderem Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen sowohl durch Kolleg*innen als auch Patient*innen sowie deren Angehörige aufgrund äußerer Merkmale (z. B. Hautfarbe, Kleidung). Auf Basis der Ergebnisse des zweiten Beitrags wurde ersichtlich, dass die Förderung der Gesundheitskompetenz von Auszubildenden ein wichtiges und notwendiges Kompetenz- und Ausbildungsziel der Generalistik darstellt, jedoch in der ausbildenden Praxis heterogen interpretiert und demzufolge unterschiedlich ausgestaltet wird. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse darauf hin, dass zwischen den Settings der beruflichen Ausbildung und beruflichen Tätigkeiten Dissonanzen bestehen, welche sowohl bei den Auszubildenden als auch den Lehrkräften zu Irritationen führen. Die Ergebnisse des dritten Beitrags zeigten, dass die Gesundheitskompetenz von Auszubildenden überwiegend problematisch bzw. inadäquat ausgeprägt (42,1 % bzw. 19,7%) ist und, dass keine Unterschiede zwischen dem ersten, zweiten und dritten Ausbildungsjahr hinsichtlich der Ausprägung der Gesundheitskompetenz bei Auszubildenden bestehen (p = 0.141). Zusammenfassend unterstreichen die Ergebnisse, dass Vulnerabilität innerhalb der Pflegeprofession sowohl im Setting der beruflichen Tätigkeit als auch im Setting der beruflichen Ausbildung spezifisch auf Grundlage der aufgeführten Variablen determiniert wird und damit sowohl in Wissenschaft & Forschung als auch innerhalb der Ausbildungs- und Versorgungspraxis eine zentrale Rolle einnehmen. Perspektivisch sind nun weiterführende, longitudinal angelegte Studien in den aufgeführten Settings durchzuführen, um die vorliegenden Erkenntnisse einerseits zu festigen und andererseits weiterführend zu spezifizieren. Darüber hinaus ist es zwingend erforderlich, dass auf Basis der vorliegenden Evidenz Maßnahmen identifiziert werden, welche einen substanziellen Beitrag zur Prävention von Vulnerabilität innerhalb der Pflegeprofession in den Settings der beruflichen Ausbildung und Tätigkeit leisten.
Abstract in weiterer Sprache
In the sense of the conditio humana, vulnerability constitutes a central criterion for identifying individuals with specific health needs and for addressing the resulting social inequalities within the context of healthcare provision. In this regard, it is of particular importance that characteristics associated with vulnerability be further delineated and contextualized within their specific settings. Within the nursing profession, the largest occupational group in the healthcare sector both, health literacy (as a modifiable variable) and the presence of a migration background (as a non-modifiable variable) represent key characteristics regarding the vulnerability of the profession. These factors serve as the subject of investigation in the present study specifically within the setting of professional practice (the first line of inquiry) and within the setting of professional education (the second line of inquiry). As a first step, a systematic review was conducted to identify specific stressors affecting nursing professionals with a migration background (PmMH) in nursing and elderly care settings within the context of their professional practice (first contribution). The second contribution shifted the focus to the context of professional education. In an initial qualitative phase, it examined the extent to which fostering health literacy among trainees constitutes a component of generalist nursing education and how this is operationalized in actual training practice (second contribution). Building upon this, a third quantitative step involved assessing the health literacy of trainees and investigating whether health literacy levels differ across the first, second, and third years of training (third contribution). Based on the first contribution, specific stressors affecting PmMH were identified. Stressors that are specifically attributable to the context of nursing practice and thus create a setting-specific vulnerability within the nursing profession. These include, among other things, experiences of discrimination and racism perpetrated by colleagues as well as by patients and their relatives based on external characteristics (e.g., skin color, clothing). Based on the results of the second contribution, it became evident that fostering health literacy among trainees constitutes an important and necessary competency and educational objective within generalist nursing education. However, in actual training practice, this objective is interpreted heterogeneously and consequently implemented in diverse ways. At the same time, the results indicate that dissonances exist between the settings of professional education and professional practice, leading to confusion and frustration among both trainees and instructors. The results of the third contribution demonstrated that the health literacy of trainees is predominantly problematic or inadequately developed (42.1% and 19.7%, respectively) and that no differences exist between the first, second, and third years of training regarding the level of health literacy among trainees (p = 0.141). In summary, the results underscore that vulnerability within the nursing profession both in the context of professional practice and in that of professional education is specifically determined by the variables listed; consequently, it plays a central role in both academic research and the practical realms of education and care delivery. Looking ahead, further longitudinal studies should be conducted within the settings to, on the one hand, consolidate the present findings and, on the other, further refine their specificity. Furthermore, it is imperative that, based on the available evidence, measures need to be identified that make a substantial contribution to preventing vulnerability within the nursing profession across the settings of professional education and practice.
Weitere Angaben
| Publikationsform: | Dissertation (Ohne Angabe) |
|---|---|
| Keywords: | Vulnerabilität; Pflegeprofession; Gesundheitskompetenz; Migrationshintergrund; Setting |
| Themengebiete aus DDC: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin und Gesundheit |
| Institutionen der Universität: | Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Lehrstuhl Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften > Lehrstuhl Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften - Univ.-Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Eckhard Nagel Graduierteneinrichtungen > University of Bayreuth Graduate School Fakultäten Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Lehrstuhl Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften Graduierteneinrichtungen |
| Sprache: | Deutsch |
| Titel an der UBT entstanden: | Ja |
| URN: | urn:nbn:de:bvb:703-epub-9445-6 |
| Eingestellt am: | 06 Jul 2026 07:50 |
| Letzte Änderung: | 06 Jul 2026 07:51 |
| URI: | https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/9445 |

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