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Familie als Generator von Geschichtsbewusstsein : Explorative Analysen am Beispiel von Familien mit türkischem Migrationshintergrund

URN zum Zitieren dieses Dokuments: urn:nbn:de:bvb:703-epub-3517-8

Titelangaben

Fröhlich, Anna:
Familie als Generator von Geschichtsbewusstsein : Explorative Analysen am Beispiel von Familien mit türkischem Migrationshintergrund.
Bayreuth , 2017 . - 807 S.
( Dissertation, 2017 , Universität Bayreuth, Kulturwissenschaftliche Fakultät)

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Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema Geschichtsbewusstsein Jugendlicher, insbesondere einem identitätsrelevanten Anteil von Geschichtsbewusstsein, und der Familie (und in Abgrenzung dazu der Schule) als Generator von Geschichtsbewusstsein bei Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund (und einer polnischstämmigen Familie). Die Forschungsarbeit setzt sich zum Ziel, durch eine empirische Analyse das identitätsstiftende Geschichtsbewusstsein Jugendlicher durch Aufzeigen von Gruppenzugehörigkeitszuordnungen und Funktionen zu charakterisieren. Außerdem sollen subjektiv bedeutsame Funktionen von Geschichte und Geschichtsvermittlung analysiert und der intrafamiliäre Tradierungsprozess sowie der schulische Vermittlungsprozess hinsichtlich Inhalten, Vermittler*innen, der Art und Weise sowie dem Zweck (Funktionen) beschrieben werden. Die empirische Arbeit fußt dabei auf Theorien zu Identität, Geschichtsbewusstsein und intrafamiliärer Tradierung sowie schulischer Vermittlung (unter anderem die Identitätstheorien von Straub, Haußer, Keupp sowie Tajfel und Turner, wobei bewusst auch allgemeine und nicht auf Geschichte bezogene Identitätstheorien angesetzt werden oder Assmanns Theorie zum Thema „kollektives Gedächtnis“). Auch empirische Studien, die ebenfalls als Basis, aber auch als Vergleichshorizonte herangezogen werden, befassen sich mit einem oder mehreren der Schwerpunktthemen. Vorherrschend sind dabei Studien zu den Themen Geschichtsbewusstsein sowie zur intrafamiliären Tradierung und schulischen Vermittlung (zum Beispiel von Kölbl, Welzer und Kolleg*innen oder Georgi). Die meisten der vorgestellten Studien befassen sich mit Befragten mit Migrationshintergrund. Meist beschränken sich die Forschungsarbeiten im deutschsprachigen Raum auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Diese Einschränkung möchte ich bewusst nicht vornehmen. Aus dem englischsprachigen Raum werden weitere Studien von Epstein, Seixas und der Forschungsgruppe um Wineburg herangezogen. Vor allem wenn es um die geschichtliche Thematik sowie um die schulische Vermittlung von Geschichte geht, sind der Übertragbarkeit auf den deutschen Forschungsraum aber deutliche Grenzen gesetzt. Die Daten meiner empirischen Studie wurden mittels Interviews und einer Gruppendiskussion mit türkischstämmigen Jugendlichen und deren Eltern (und einer polnischstämmigen Familie) erhoben und unter Zuhilfenahme der „Dokumentarischen Methode“ und der „Grounded Theory“ in Anlehnung an Strauss und Corbin ausgewertet. Was die Identifizierung Jugendlicher mit türkischem Migrationshintergrund angeht, so findet sich vor allem eine übergeordnete „nationale“, meist „türkische“ Identifizierung, genauer eine „osmanische“ versus eine „atatürkische“ Identifizierung. Eltern und Jugendliche einer Familie sind sich meist bezüglich der Identifikationen einig. Funktionen von Geschichte und Geschichtsvermittlung sind vielfältig. Zentral sind in jedem Fall die Funktionen der „Daseinsberechtigung“ und der „Völkerverständigung“. Auch hier spielt der Migrationshintergrund der Befragten eine nennenswerte Rolle. Schule und Familie unterscheiden sich grundsätzlich hinsichtlich der ihnen zugeschriebenen Funktionen von Geschichte und Geschichtsvermittlung und in der Art der Vermittlung: Schule gilt als verantwortlich für die Funktionen der „Daseinsberechtigung“ und „Völkerverständigung“ und für die Vermittlung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die Familie für türkische und emotional bedeutsame Geschichte, die zu diesem Zweck auch an „Wahrheitsgehalt“ einbüßen darf und für die Funktionen „Identitätsbildung“ und „Etablierung von Werten“. Die vorliegende Arbeit schafft es, Identifikationen, Geschichtsbewusstsein und intrafamiliäre Tradierung/schulische Vermittlung aus Sicht der Befragten Jugendlichen und Eltern mit Migrationshintergrund nachzuzeichnen, was vor allem Aufschluss darüber gibt, wie Jugendliche erreicht werden können und zu was sie motiviert sind oder motiviert werden können. Möglichkeiten und Grenzen des intrafamiliären Tradierungs- und schulischen Vermittlungsprozesses werden aufgezeigt und Übertragungsoptionen vor allem aus dem familiären auf den schulischen Bereich herausgearbeitet.

Abstract in weiterer Sprache

The present work deals with the historical consciousness of adolescents, especially the identity-making part of it, and the family (in contrast to the school) as generator of historical consiousness, for adolescents with a Turkish migration background (and one family from Poland). The research study aims to characterize with an empirical study the identity-making part of historical consciousness of adolescents, especially through exhibiting group memberships and their functions. Furthermore subjective significant functions of history and the transfer of history should be analysed and the intrafamiliar and in-school transfer process with respect to contents, mediators, the way and the purpose (functions) should be described. The empirical study is based on theories about identity, historical consciousness and mediation of family and school (among other theories the ones by Straub, Haußer, Keupp and Tajfel and Turner, whereas I deliberately also used general theories of identity or Assmann’s theory about “collective memory”). Also empirical studies, which are used as a basis and also as an opportunity to compare, deal in one or several of the topics. Of central importance are studies about historical consciousness and mediation by family or school (for example the one of Kölbl, Welzer and his colleagues or Georgi). Most of the presented studies are working with interviewed persons with migration background. Most of the studies in the Germanspeaking area are limited to the history of the Second World War. I consciously do not use this limitation. From the English-speaking area further studies by Epstein, Seixas and Wineburg and his research group are used. Especially concerning history and the mediation of history in school, however, the transferability to the German research area is clearly limited. The data of my empirical study were gathered via interviews and one group discussion with adolescents and their parents with Turkish migration background (and one family with Polish background) and evaluated by using the “Documentary Method” and the “Grounded Theory” referring to Strauss and Corbin. Concerning the identification of the adolescents with Turkish migration background I describe especially a superior “national” categorization, mostly a “Turkish” one, especially an “Ottoman” or “Ataturkish”. Parents and adolescents from the same family do mostly agree on their identification. Functions of history and historical mediation are manifold. Central are the functions of “the right to exist” and “the international understanding”. The migration background plays again an important role. School and family differ fundamentally in their attributive functions concerning history and historical mediation and in the way of mediation: School is responsible for the functions of “the right to exist” and “the international understanding” and for the mediation of the Second World War, whereas family is responsible for the mediation of Turkish and emotionally significant history, which is allowed to lose in truthfulness for that purpose, and for the functions of “identity-making” and “establishment of values”. This work accomplishs to portray the identifications, the historical consciousness and the mediation by family and by school from the viewpoint of the interviewed adolescents and parents with migration background, which gives information about how to reach adolescents and to what they are motivated or can be motivated. Possibilities and limitations of the mediation by family and school are characterized and options of transfer especially from family to school are worked out.

Weitere Angaben

Publikationsform: Dissertation (Ohne Angabe)
Keywords: Geschichtsbewusstsein; intrafamiliäre Tradierung; schulische Vermittlung von Geschichte; Identität
Themengebiete aus DDC: 100 Philosophie und Psychologie > 150 Psychologie
Institutionen der Universität: Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Lehrstuhl Psychologie > Lehrstuhl Psychologie - Univ.-Prof. Dr. Carlos Kölbl
Fakultäten
Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät
Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Lehrstuhl Psychologie
Sprache: Deutsch
Titel an der UBT entstanden: Ja
URN: urn:nbn:de:bvb:703-epub-3517-8
Eingestellt am: 05 Dec 2017 09:33
Letzte Änderung: 05 Dec 2017 09:33
URI: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/3517

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