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Competing and Conflicting Power Dynamics in Waqfs in Kenya : 1900-2010

URN zum Zitieren dieses Dokuments: urn:nbn:de:bvb:703-epub-3373-8

Titelangaben

Chembea, Suleiman Athuman:
Competing and Conflicting Power Dynamics in Waqfs in Kenya : 1900-2010.
Bayreuth , 2017 . - XXV, 219 S.
( Dissertation, 2017 , Universität Bayreuth, Bayreuth International Graduate School of African Studies - BIGSAS)

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Angaben zu Projekten

Projekttitel:
Offizieller ProjekttitelProjekt-ID
Kenya-German Postgraduate Training Program 5008523550085235

Projektfinanzierung: Deutscher Akademischer Austauschdienst
DAAD

Abstract

Waqfs (religious endowments) are a socio-cultural heritage established in the seventh century to provide means to express taqwa (piety) for the purpose of qurba (divine closeness) and for the safeguarding of socio-economic security of the progeny and the community. As an Islamic charitable endeavor, it was expected that waqfs would be administered according to the Sharica by Muslim institutions of the mutawalli (custodian) with the kadhis (Muslim judges) and culama (clerics) not only interpreting the requisite normative precepts under which it subsists, but also settling matters arising there from. This not being the absolute case, the scenario puts the institution of waqf in Kenya under constant negotiations between the Muslims and the secular state on the one side, and among diverse socio-ethnic groups of Muslims on the other. This study was, therefore, undertaken to achieve four significant objectives: To explore the historical development of the institution of waqf from the British colonial period (1900) to independent times (2010); examine secular state policies and civil courts’ rulings that influenced waqfs; interrogate Muslims’ response vis-à-vis the secular state and civil courts’ constructs in the practices of waqfs; and establish how Muslims use waqfs in their contribution to socio-cultural development of the society. To realize the set objectives, this study adopted a multi-disciplinary approach. Bourdieu’s theory of practice (1977), particularly the concepts of field, capital (symbolic, cultural, social, and political), and symbolic violence, aptly explained the negotiations among various state and non-state actors and agents in the control of resources including waqfs in the community. While James C. Scott’s (1976) concept of symbolic (ideological) resistance was useful in understanding Muslims’ response to state control of waqfs, together with Bourdieu’s theory of practice, they could not adequately explain the internal socio-ethnic and cultural dynamics that informed the behaviors to consecrate, control, manage, and uses of waqfs by Muslims during and after colonization and outside the purview of the secular state. This accounts for the development and adoption of the concept of umiji-wamiji (locale identity and belonging) based on the historical fluid spatial relations between Muslim groups and regions in the country. 2 Whereas primary data was collected in over ten months of extensive fieldwork along the predominant Muslim regions of Mombasa, Malindi/Kilifi, Lamu, and Kwale through informal talks with different waqf actors, analysis of requisite waqf records, and visits to waqf sites; secondary data was obtained through review of cutting edge investigations on waqfs across Muslim societies. Normative precepts as well qualitative and quantitative methods were used as the bases for analysis of the data, findings of which were presented using a fusion of historical, anthropological, and descriptive approaches. The study established that secular state legislations and civil judicial rulings ushered in control of waqfs subjecting Muslims into socio-economic and cultural subordination since the British colonial times. Consequently, cowed by the loss of the socio-cultural heritage and its privileges, Muslims unwittingly ‘exited’ from state controlled waqfs to uncontrolled charitable institutions including sadaqa (alms giving), community based organizations, and other non-labeled waqfs as provided by the Sharica as part of Islamic charity. This exit did not only change the relations’ matrix between the ruler and the ruled into retaining ownership and control of resources for socio-cultural and economic power, but also helped Muslims to fulfill the spiritual obligation of giving back to the community through a wider concept of charity. This seemingly united response against state control of waqfs is, nonetheless, not to deny the prevalent internal dynamics in the Muslim community manifested in the use of waqfs to safeguard and promote temporal group and locale interests.

Abstract in weiterer Sprache

Die Institution des islamisches Stiftungswesens (waqf) reicht bis ins das 7. Jahrhundert zurück und steht für ein reiches sozio-kulturelles Erbe. Die vornehmlichen Aufgaben des islamischen Stiftungswesens waren finanzielle Mittel zu generieren, die als Ausdruck von Frömmigkeit (taqwa) Nähe zu Gott (qurba) bezwecken sollten. Zudem diente es dazu sowohl die Nachkommenschaft als auch die Gemeinschaft gesellschaftlich und wirtschaftlich abzusichern. Als ein islamisch-wohltätiges Unternehmen unterliegt das islamische Stiftungswesen einer durch das islamische Recht (Scharia) legitimierten Verwaltung, die dem Verwalter (mutawalli), der durch Kadis und islamische Gelehrte (culama) angeleitet wird, unterstellt ist. Seine Aufgabe ist nicht nur auf die Interpretation normativer Vorschriften, durch die die Existenz der Stiftung sichergestellt werden, beschränkt, sondern auch auf potentielle Konflikte, die daraus entstehen können, zu regeln. 3 Ferner bedingt diese islamische Institution im Kontext von Kenia auch einen ständigen Aushandlungsprozess gegenüber dem säkularen Staat einerseits und gegenüber den unterschiedlichen sozialen und ethnischen Gruppen der Muslime Kenias andererseits. Diese Studie hat folgende Hauptforschungsziele: Die Darstellung der historischen Entwicklung der Institution des waqf vom britischen Kolonialismus (1900) bis in die Gegenwart (2010). Die Analyse der Einflüsse eines säkularen Staatswesens und zivilrechtlicher Regularien auf das islamische Stiftungswesen sowie die muslimischen Reaktionen auf diese Rahmenbedingungen. Schließlich untersucht die Studie die Nutzbarmachung islamischer Stiftungen für die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung der Gemeinschaft durch die Muslime. Zur Umsetzung dieser Forschungsziele, bedient sich diese Studie eines multidisziplinären Ansatzes. Bourdieus Theorie der Praxis (1977) erhellt die Aushandlungsprozesse zwischen den unterschiedlichen staatlichen und nicht-staatlichen Vertretern und Akteuren in Bezug auf die Kontrolle über die Ressourcen – einschließlich des islamischen Stiftungswesens – der muslimischen Gemeinschaft. Insbesondere Bourdieus Konzepte zum sozialen Feld, Kapital (symbolisch, kulturell, sozial und politisch) und symbolischer Gewalt bieten vielversprechende Erklärungsansätze. James C. Scotts (1976) Konzept des symbolischen (ideologischen) Widerstands war nützlich, die Reaktionen der Muslime auf die staatliche Kontrolle des islamischen Stiftungswesens zu verstehen. Allerdings konnten weder Scotts Ansatz noch Bourdieus Theorie der Praxis die internen sozio-ethnischen und kulturellen Dynamiken vollumfänglich erklären. Diese Dynamiken umfassten Verhaltensweisen in Bezug auf die Schaffung, die Kontrolle, das Management und den Gebrauch von islamischen Stiftungen während und nach der Ära des Kolonialismus sowie außerhalb der Einflusssphäre des Staates. Auf Basis dieser Beobachtung und auf Grundlage der historisch bedingten Fluidität räumlicher Beziehungen zwischen muslimischen Gruppen und Regionen im Lande erfolgte die Entwicklung des Konzepts von umiji-wamiji (lokale Identität und Zugehörigkeit). Die primären Forschungsdaten sind das Ergebnis von über zehn Monaten Feldforschung in den überwiegend von Muslimen bewohnten Gebieten von Mombasa, Malindi/Kilifi, Lamu und Kwale. Es wurden informelle Gespräche mit unterschiedlichen Akteuren des islamischen Stiftungswesens geführt, entsprechende waqf Unterlagen analysiert sowie islamische Stiftungen vor Ort besucht. Als sekundäre Daten diente die aktuellste wissenschaftliche Literatur zum islamischen Stiftungswesen in muslimischen Gesellschaften. Normative Konzepte als auch qualitative und 4 quantitative Methoden waren die Grundlage für die Datenanalyse, deren Ergebnisse mit einer Verschmelzung historischer, anthropologischer und deskriptiver Ansätze präsentiert werden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Gesetzgebung des säkularen Staates sowie die daraus resultierenden zivilrechtlichen Regularien in eine Kontrolle über das islamische Stiftungswesen mündeten. Infolgedessen fanden sich die Muslime seit der britischen Kolonialherrschaft in einer untergeordneten sozioökonomischen und kulturellen Stellung wieder. Als Ergebnis des Kontrollverlustes über dieses soziokulturellen Erbes und dessen Privilegien, haben sich die Muslime von dem staatlich kontrollierten islamischen Stiftungswesen abgewandt und anderer nicht unter staatlicher Kontrolle stehender islamischer Wohltätigkeit bedient. Auf der Grundlage scharia-rechtlicher Möglichkeiten handelte es sich um freiwillige Gaben (sadaqa), wohltätige Organisationen unter der Kontrolle der Gemeinschaft sowie alternativer Formen islamischer Stiftungen. Somit haben sich die Muslime der staatlichen Kontrolle entzogen. Dadurch änderte sich nicht nur das Beziehungsgeflecht zwischen Herrschern und Beherrschten sondern hatte auch den Effekt, dass die Muslime weiterhin die Eigentumsrechte und die Kontrolle über sozio-kulturelles und wirtschaftliches Vermögen innehatten. Durch ein breiter angelegtes Konzept islamischer Wohltätigkeit waren die Muslime somit weiterhin in der Lage ihrer spirituellen Verpflichtung – die Sorge für die Gemeinschaft – nachzukommen. Diese offenbar konzertierte Antwort auf die staatliche Kontrolle über das islamische Stiftungswesen hat jedoch nicht dazu geführt, dass die innerhalb der muslimischen Gemeinschaft vorhandenen Dynamiken – das islamische Stiftungswesen für zeitlich und lokal begrenzte Gruppeninteressen zu benutzen – abhandengekommen sind.

Weitere Angaben

Publikationsform: Dissertation (Ohne Angabe)
Keywords: Islamic institutions; Waqf; Resource control; Symbolic resistance
Themengebiete aus DDC: 200 Religion > 290 Andere Religionen
Institutionen der Universität: Graduierteneinrichtungen > University of Bayreuth Graduate School
Graduierteneinrichtungen > BIGSAS
Graduierteneinrichtungen
Sprache: Englisch
Titel an der UBT entstanden: Ja
URN: urn:nbn:de:bvb:703-epub-3373-8
Eingestellt am: 14 Sep 2017 10:54
Letzte Änderung: 14 Sep 2017 10:54
URI: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/3373

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