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The History of Use and Conservation of Marine Resources in Zanzibar : Nineteenth Century to the Present

URN zum Zitieren dieses Dokuments: urn:nbn:de:bvb:703-epub-3317-8

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Mkumbukwa, Abdallah Rashid:
The History of Use and Conservation of Marine Resources in Zanzibar : Nineteenth Century to the Present.
Bayreuth , 2017 . - VII, 241 S.
( Dissertation, 2014 , Universität Bayreuth, Bayreuth International Graduate School of African Studies - BIGSAS)

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Abstract

The aim of this study is to examine the history of use of marine resources as well as historical changes in efforts towards their conservation in Zanzibar from the nineteenth century up to the present period. More specifically, the study identifies important periods and dynamics in use and conservation of marine resources in Zanzibar from the 1840s up to the 2000s, with special attention to mangroves as well as fish. For its empirical analysis, the study takes up several general terms and explanatory concepts from debates about conservation, environmental history and the commons with regard to Africa, including external influences such as colonialism and globalisation. Empirical analysis yielded the following key findings: Firstly, significant changes in the use of marine resources, notably fish and mangroves, started as early as the 1840s with the expansion of clove plantation economy and the development of Zanzibar town. Secondly, by that time, local communities in Zanzibar already had established practices of conserving marine resources. They used, for instance, periodical closing and opening of mangrove forests for cutting, and also of fishing areas for fishing, which had conservation effects. Wavyale (local leaders who were also mediators in fishing and land use issues in Zanzibar) in collaboration with Watu Wanne, the “(council of) four elders,” led and supervised such activities. However, such practices came under pressure through socio-economic changes already in the late pre-colonial period. Thirdly, pressure on marine resources considerably increased during the colonial period. One significant factor for that was expansion of an export market for mangrove barks in Europe and America in the 1930s, which was further stimulated by the Second World War from 1939 and thus caused mangrove forest degradation. Fourthly, another factor was concentration on artisanal inshore fishing, which had started long before, but continued while catches increased considerably during the British colonial period. Even government research efforts concentrated on inshore fishing during that period, rather than opening new avenues for offshore fisheries, thereby contributing to a degradation of the fishing environment and a decrease in fish stock including size as well as to a disappearance of some fish types. Fifth, the Zanzibar policy of socialism between 1964 and the 1970s contributed to other changes in use of marine resources, especially fish, on the islands. Thus, nationalisation of fishing firms weakened the fishing sector because of an ineffective functioning of large scale fishing towards the possibility of expanding fishing to off-shore areas. Sixth, with liberalisation policies in recent years, there has been a marked increase in fishing efforts in Zanzibar. Parallel to this, the government's new policies of community-based marine conservation have in practice resulted to an increase in alternative employments for fishermen rather than in actual successes in the conservation of fish resources. Seventh, the study assumes that the dual concentration of efforts and knowledge in fishing on inshore areas during colonial and post-colonial eras contributed to an underutilisation of fish resources in the offshore deep sea fishing areas by inhabitants of Zanzibar and Tanzania, in general, leaving these waters to illegal fishing by big foreign fishing companies from Europe and Asia.

Abstract in weiterer Sprache

Ziel dieser Studie ist es, die Geschichte der Nutzung von Meeresressourcen sowie historische Veränderungen der Bemühungen um ihre Erhaltung in Sansibar vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu untersuchen. Genauer gesagt, identifiziert die Studie wichtige Perioden und Dynamiken in der Nutzung und Erhaltung mariner Ressourcen in Sansibar von den 1840er bis zu den 2000er Jahren, mit besonderem Augenmerk auf Mangroven sowie Fisch. Für ihre empirische Analyse werden verschiedene allgemeine Begriffe und Erklärungsansätze aus Debatten über Naturschutz, Umweltgeschichte und Gemeineigentum (Commons) in Bezug auf Afrika angewendet, und auch externe Einflüsse wie Kolonialismus und Globalisierung einbezogen. Die Hauptergebnisse der empirischen Analyse sind folgende: Erstens setzten bereits in den 1840er Jahren mit dem Ausbau der Nelkenpflanzungswirtschaft und der Entwicklung der Stadt Sansibar signifikante Veränderungen in der Nutzung von Meeresressourcen ein, vor allem Fisch und Mangroven betreffend. Zweitens hatten lokale Gemeinschaften damals in Sansibar bereits Praktiken zur Erhaltung der Meeresressourcen eingeführt. Dazu gehörten zum Beispiel periodische Schließungen der Mangrovenwälder und der Fischereizonen, was konservierende Effekte hatte. Solche Aktivitäten wurden von den Wavyale (lokale Führer, die auch als Vermittler bei Fisch- und Landnutzungsproblemen in Sansibar fungierten) in Zusammenarbeit mit den Watu Wanne, den "(Rat der) vier Ältesten", geleitet und betreut. Allerdings kamen solche Praktiken bereits durch sozioökonomische Veränderungen in der späten vorkolonialen Zeit unter Druck. Drittens hat sich der Druck auf Meeresressourcen während der Kolonialzeit erheblich erhöht. Ein wesentlicher Faktor dafür war die Erweiterung des Exportmarkts für Mangrovenrinde in Europa und Amerika in den 1930er Jahren, der durch den Zweiten Weltkrieg weiter stimuliert wurde und damit die eine Degradation des Mangrovenwalds verursachte. Ein weiterer Faktor war viertens die Konzentration auf die handwerkliche Küstenfischerei, die zwar schon seit langem betrieben worden war, deren Fangmengen aber während der britischen Kolonialzeit deutlich anstiegen. Sogar die staatlichen Forschungsanstrengungen konzentrierten sich in diesem Zeitraum auf die Küstenfischerei, anstatt neue Wege für die Offshore-Fischerei zu eröffnen, was zu einer Verschlechterung der Fischereibedingungen und zu einer Abnahme der Fischbestände und –größen sowie zum Verschwinden einiger Fischarten führte. Fünftens trug die sozialistische Politik Sansibars zwischen 1964 und den 1970er Jahren zu weiteren Wandlungen in der Nutzung von Meeresressourcen, insbesondere von Fisch, auf den Inseln bei. So schwächte die Verstaatlichung der großen Fischereifirmen den Fischereisektor aufgrund des ineffektiven Funktionierens der Großfischerei, anstatt die Möglichkeit einer Ausdehnung der Fischerei auf Offshore-Gebiete zu verfolgen. Sechstens kam es infolge der Liberalisierungspolitik der letzten Jahre zu einem deutlichen Aufschwung der Fischerei in Sansibar. Parallel dazu führte die neue Regierungspolitik gemeinschaftsbasierter Ansätze im marinen Ressourcenschutz in der Praxis zu einer Zunahme alternativer Beschäftigungen für Fischer anstatt zu tatsächlichen Erfolgen bei der Erhaltung der Fischressourcen. Siebtens geht die Studie davon aus, dass die doppelte Konzentration in Aufwand und Wissen auf die Fischerei in Küstengebieten während der kolonialen und nachkolonialen Epochen allgemein zu einer Unternutzung der Fischressourcen im Bereich der Offshore-Hochseefischerei durch Einwohner Sansibars und Tansanias beigetragen hat, wodurch diese Gewässer der illegalen Nutzung durch große ausländische Fischereifirmen aus Europa und Asien überlassen wurde.

Weitere Angaben

Publikationsform: Dissertation (Ohne Angabe)
Keywords: Zanzibar; History; Natural Resources; Conservation; Fishing; Mangrove economy
Themengebiete aus DDC: 900 Geschichte und Geografie > 960 Geschichte Afrikas
Institutionen der Universität: Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Professur Geschichte Afrikas > Professur Geschichte Afrikas - Univ.-Prof. Dr. Achim von Oppen
Graduierteneinrichtungen > University of Bayreuth Graduate School
Graduierteneinrichtungen > BIGSAS
Fakultäten
Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät
Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Professur Geschichte Afrikas
Graduierteneinrichtungen
Sprache: Deutsch
Titel an der UBT entstanden: Ja
URN: urn:nbn:de:bvb:703-epub-3317-8
Eingestellt am: 26 Mai 2017 07:08
Letzte Änderung: 29 Mai 2017 06:00
URI: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/3317