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Surviving in a conflict Environment : Market Women and Changing socioeconomic Relations in Jos Nigeria, 2001 – 2010

URN zum Zitieren dieses Dokuments: urn:nbn:de:bvb:703-epub-2919-5

Titelangaben

Bonkat, Lohna:
Surviving in a conflict Environment : Market Women and Changing socioeconomic Relations in Jos Nigeria, 2001 – 2010.
Bayreuth , 2016 . - XXII, 287 S.
( Dissertation, 2015 , Universität Bayreuth, Bayreuth International Graduate School of African Studies - BIGSAS)

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Abstract

Despite the literature on the conflict in Jos, there has been relatively little discussion on the effects of the conflict on women. Past studies have focused almost exclusively on the conflict at the structural or macro level. This study seeks to address this gap by taking a deeper and careful look at the micro level into how conflict has affected people (women) daily lives, and how they have coped with conflict. More specifically, this study is concerned with the socio-economic relations between traders of diverse social identities in the vegetable markets in Jos, with particular reference to the women in these markets. Of particular interest is how the conflict has impacted on market women, the implications for their lives, and finally, how the market women have responded to these changes. The study has relied on the methodologies of political ethnographic fieldwork to obtain the data that formed the backbone of the study. Observation, interviews and focus group discussions were the main techniques of data collection. In theoretical terms, the work primarily relied on the theories of social identity (Tajfel, 1972; Tajfel & Turner, 1986; Trepte, 2006; Bryan, 2008; Demmers, 2012), and social capital (Bourdieu,1986; Coleman,1988; Putnam et al., 1993; Woolcock, 1998; Fukuyama, 1995; Goodhand et al., 2000; Sawyer, 2005) to analyse and interpret the data obtained from the field. This study has revealed that the pre-conflict relationship between traders of different social identities has been affected but not totally severed. Despite these changes in relations, they have continued to coexist for the purpose of meeting their livelihood needs. While various changes in socio-economic relations and high levels of insecurity and uncertainty have affected market women, they have not remained passive; instead they have shown resilience in finding ways of coping, by relocating and establishing new markets and by drawing on their social networks, such as family ties and associations, to continue making a living which has empowered them. This study concludes and argues that the marketplace could be a space where the process of negotiation, and peace building could start and traders as peacemakers because of their actions and behavior of continuing relations. Another conclusion that may be drawn from this study is how displacement, initially seen as negative, does have a possibility to be positively turned around. I thus argue that instead of their displacement to have weakened and discouraged these women from engaging in business activities, it became advantageous to them, because of the sphere of authority and control it created. I further argue that the market women have indeed brought about a paradigm shift and new social order by having changed the gendered division of roles in vegetable marketing, and given women autonomy and affording them authority. Firstly, this study contributes contextually at a micro level by offering insights into our understanding of how groups and individuals respond to collective violence, within the particular context of Jos, Nigeria. It contributes to debates on the role and impact on women during episodes of violent conflict as economic actors. Furthermore, the insights drawn from these dynamics also contribute to the wider debates on post-conflict relations. The study also contributes methodologically, as an example of a study that has drawn insight from studying local dynamics via a grounded theory approach. Further research needs to be carried out in order to understand the ongoing growth of these newlycreated markets. The market women who have emerged as dillali and wholesalers need further exploration. Such future research should also usefully inquire into whether any competition exists because of the emergence of this group. Further study is also imperative to understand what is now happening to the socio-economic relations that have been affected by the conflict and to understand if trust has been rebuilt.

Abstract in weiterer Sprache

Ungeachtet der vorhandenen Literatur über den Konflikt in Jos gab es bislang relativ wenige Diskussionen über die Auswirkungen des Konflikts auf Frauen. Bisherige Studien haben fast ausschließlich die strukturelle oder Makroebene des Konflikts fokussiert. Die vorliegende Studie möchte diese Lücke schließen, indem sie einen tieferen Blick auf die Mikroebene der Auswirkungen des Konflikts auf das Alltagsleben (der Frauen) und auf die Frage, wie diese mit dem Konflikt umgehen, wirft. Insbesondere beschäftigt sich diese Studie mit den sozioökonomischen Beziehungen zwischen Händlern verschiedener sozialer Identitäten auf den Gemüsemärkten von Jos, mit besonderer Berücksichtigung von Frauen auf diesen Märkten. Von besonderem Interesse ist hierbei, inwieweit der Konflikt die Marktfrauen sowie deren Leben beeinflusst hat und wie die Frauen auf die Veränderungen reagiert haben. Die Studie und die für sie wesentlichen Daten beruhen dabei auf den Methoden der politischen ethnografischen Feldforschung. Beobachtung, teilnehmende Beobachtung, Interviews und Gruppendiskussionen waren diesbezüglich die wesentlichen Techniken zur Datenerhebung. In theoretischer Hinsicht beruht die Studie vorrangig auf den Theorien der sozialen Identität und des sozialen Kapitals, was die Auswertung und Interpretation der gewonnenen Daten betrifft (Tajfel, 1972; Tajfel & Turner, 1986; Trepte, 2006; Bryan, 2008; Demmers, 2012), and social capital (Bourdieu,1986; Coleman,1988; Putnam et al., 1993; Woolcock, 1998; Fukuyama, 1995; Goodhand et al., 2000; Sawyer, 2005). Die vorliegende Studie hat ergeben, dass die vor dem Konflikt bestehende Beziehung zwischen den Händlern verschiedener sozialer Identitäten beeinträchtigt, aber nicht gänzlich abgerissen wurde. Ungeachtet der Veränderungen haben diese weiterhin aus Gründen existenzieller Bedürfnisse koexistiert. Während verschiedene Veränderungen im sozio-ökonomischen Bereich und erhebliche Unsicherheiten und Ungewissheiten die Marktfrauen beeinflusst haben, sind diese nicht passiv geblieben; ganz im Gegenteil haben diese Ausdauer gezeigt, indem sie umgesiedelt sind, neue Märkte gegründet haben und sich auf soziale Netzwerke wie familiäre Bindungen verlassen haben. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Marktplatz ein Raum sein könnte, in dem der Prozess von Verhandlungen und Frieden beginnen und Händler wegen ihrer Handlungen als Friedensstifter agieren könnten. Eine andere Schlussfolgerung, die aus dieser Studie gezogen werden könnte, ist, das eine ursprünglich als negativ angesehene Vertreibung in einem möglichen positiven Effekt resultieren könnte. Diesbezüglich behaupte ich, dass eine Vertreibung diese Frauen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Tätigkeiten weniger geschwächt und entmutigt hat, sondern dass die Frauen aufgrund der dadurch entstandenen Autoritätssphäre Vorteile aus einer Vertreibung ziehen konnten. Weiterhin zeige ich auf, dass die Marktfrauen tatsächlich einen Paradigmenwechsel und eine neue soziale Hierarchie hervorgerufen haben, und zwar indem sie die herkömmliche Rollenverteilung im Kontext eines Gemüsemarkts verändert und dadurch Marktfrauen Autonomie und Autorität verliehen haben. Diese Studie trägt zunächst im Kontext einer Mikroebene dazu bei, einen Einblick in das Verständnis von Gruppen und Individuen bezüglich deren Reaktionen auf kollektive Gewalt zu gewähren, und zwar im Kontext von Jos, Nigeria. Diese Studie trägt dazu bei, über die Rolle und den Einfluss von Frauen als ökonomische Akteure während der Zeit eines gewaltsamen Konflikts zu debattieren. Darüber hinaus tragen die von dieser Dynamik gewonnenen Einblicke zu einer umfangreicheren Debatte über PostKonflikt Beziehungen. Die Studie leistet auch in methodologischer Hinsicht einen Beitrag, als Beispiel einer Studie, die durch das Untersuchen lokaler Dynamiken einen Einblick gewonnen hat im Gegensatz zu dem Ansatz der Grounded Theory. Weitergehende Forschung muss noch betrieben werden, um den anhaltenden Wachstum dieser neugeschaffenen Märkte zu verstehen. Weitere Studien bedarf es auch bezüglich der Großhändler sowie der Marktfrauen, die sich zu dillali entwickelt haben. Diese zukünftige Forschung sollte ferner herausarbeiten, inwieweit das Entstehen dieser Gruppe zu einem Wettbewerb geführt hat. Weitere Untersuchungen sind schließlich geboten, um die gegenwärtige Situation in Bezug auf die durch den Konflikt beeinträchtigten sozio-ökonomischen Beziehungen zu verstehen und um der Frage nachzugehen, ob Vertrauen wieder aufgebaut werden konnte.

Weitere Angaben

Publikationsform: Dissertation (Ohne Angabe)
Keywords: Conflict; Environment; Market; Women; Socioeconomic; Relations; Jos
Themengebiete aus DDC: 300 Sozialwissenschaften > 320 Politikwissenschaft
Institutionen der Universität: Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät
Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Juniorprofessur Politikwissenschaft: Politik Afrikas und Entwicklungspolitik
Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Juniorprofessur Politikwissenschaft: Politik Afrikas und Entwicklungspolitik > Juniorprofessur Politikwissenschaft: Politik Afrikas und Entwicklungspolitik - Juniorprof. Dr. Alexander Stroh
Graduierteneinrichtungen > University of Bayreuth Graduate School
Graduierteneinrichtungen > BIGSAS
Fakultäten
Graduierteneinrichtungen
Sprache: Englisch
Titel an der UBT entstanden: Ja
URN: urn:nbn:de:bvb:703-epub-2919-5
Eingestellt am: 08 Jul 2016 06:43
Letzte Änderung: 08 Jul 2016 06:43
URI: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/2919