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Fremdverstehen und Toleranz - interdisziplinäre und interkulturelle Perspektiven

URN zum Zitieren dieses Dokuments: urn:nbn:de:bvb:703-opus4-14180

Titelangaben

Animi, Karim:
Fremdverstehen und Toleranz - interdisziplinäre und interkulturelle Perspektiven.
Bayreuth , 2013
( Dissertation, 2013 , Universität Bayreuth, Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät)

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Dissertation Fremdverstehen und Toleranz.pdf - Veröffentlichte Version
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Abstract

Die vorliegende Dissertation steht in der Tradition der interdisziplinären und interkulturellen Kulturstudien zum Thema Toleranz. Sie geht von dem Zusammenhang von Fremdheit und Toleranz aus und diskutiert zuerst das Problem des Fremderstehens in interdisziplinären Be-trachtungsebenen, um anschließend kulturspezifische Toleranztraditionen und ihre Bedeutung für die Gegenwart kritisch zu überprüfen. Ausgehend von hermeneutischen Überlegungen wird gezeigt, dass das Verstehen des Frem-den als Interpretament der Andersheit und Differenz (Harald Weinrich 1990), wenn es in sei-ner Andersheit gelassen wird, eine Aporie darstellt. Diese Aporie manifestiert sich in der Ver-stehbarkeit und Nichtverstehbarkeit des Fremden, so dass der ganze hermeneutische Prozess der Annäherung an das Fremde mit Skepsis betrachtet werden kann. Die Skepsis gegenüber der Verstehbarkeit des Fremden wird jedoch in dieser Arbeit in Anlehnung an den Literatur-wissenschaftler Alois Wierlacher (1984), den Philosoph Ram Adhal Mall (2005) und die Phi-losophin Heike Kämpf (2003) als Vorteil angesehen, weil sie die Interpretation des Fremden offen lässt. Diese Offenheit vermeidet fixierte Interpretationen und fördert Perspektivenviel-falt und Verstehen in der Distanz, die für einen toleranten Umgang mit differenten kulturellen Traditionen wichtig sind. Der Toleranzbegriff wird von seinen Gegnern als Ausdruck der Schwäche bzw. Unterwerfung apostrophiert. Danach ist Toleranz ein Akt, der in der Tat die Fremdheit einer Minderheit nicht akzeptiert, sondern mehr oder weniger duldet (Georg Tabori 1991; Barbara Fischer 2003). Aber von ihren Befürwortern wird Duldungstoleranz als Ausdruck religiöser Verge-bung der Fehler der anderen wahrgenommen (Fethullah Gülen 2006; Ahmad Al-Tayyeb 2006). Weder das positive noch das negative Verständnis von Duldungstoleranz können das Verstehen des Fremden in der Distanz widerspiegeln. Die kritische Konzeptualisierung des Fremdverstehens wird im zweiten Teil der Dissertation mit dem Diskurs über ‚Orientalismus‘ und ‚Okzidentalismus‘ einerseits und den Toleranzdis-kursen in der islamischen und der europäischen Welt in Berührung gebracht. Es wird daran aufgezeigt, dass Toleranz nur als aktiver Anerkennungsakt (Alois Wierlacher 1996) die Grund-lage für eine produktive Kommunikation mit dem Fremden und für den Umgang mit kulturel-ler Vielfalt bilden kann. Schlagwörter: Toleranz, aktive Toleranz, Fremdverstehen, Perspektivenvielfalt, kulturelle Vielfalt.

Abstract in weiterer Sprache

The dissertation at hand is in line with the tradition of interdisciplinary and intercultural re-search. It is set out to stress the relation between Foreignness and tolerance by first elaborating the problem of understanding the Foreign from different points of view of intercultural intro-spection. Doing these culture specific traditions of tolerance shall be critically reviewed in their significance for the present. Starting from hermeneutic deliberations, understanding the Foreign as an interpretament of alterity and difference (Harald Weinrich 1990), if left in its foreignness, will be shown to be an aporia. This aporia manifests itself in the comprehensibility and the incomprehensibility of the Foreign so that the entire hermeneutic process of approaching the other should be looked at with some degree of wariness. The skeptical view regarding the comprehensibility of the other is taken to be advantageous, in accordance with literary scholar Alois Wierlacher (1984), philosopher Ram Adhal Mall (2005) and philosopher Heike Kämpf (2003), since it leaves the interpretation of the other open. This openness eschews set interpretations and encourages pluralism of perspectives which is crucial to the tolerant encounter with different cultural tra-ditions. The term ‘tolerance’ is perceived from the opponents of it as an expression of weakness and/or of subjugation. According to those perceptions, ‘tolerance’ is in effect an act which does not accept the foreignness of a minority group but only puts up with it (Georg Tabori 1991; Barba-ra Fischer 2003). However, for the spokespersons of the term, ‘condonation tolerance’ is un-derstood as a religious condonation of the faults of the others (Fethullah Gülen 2006; Ahmad Al-Tayyeb 2006). Neither the positive nor the negative conceptualization of the term ‘condo-nation tolerance’ can reflect on understanding the ‘Foreign’ in interval. The critical conceptualization of understanding the ‘Foreign’ will be examined in the second chapter of this dissertation thesis by employing the ‘Orientalism’ and ‘Occidentalism’ dis-courses on the one hand and ‘tolerance in the Islamic and European encounters’ discourses on the other hand. Here it will be demonstrated that only as an active recognition act (Alois Wier-lacher 1996) tolerance can lead the path for a productive communication with the ‘Foreign’ and for dealing with the cultural diversity. Keywords: Tolerance, active tolerance, understanding the Foreign, pluralism of perspectives, cultural diversity.

Weitere Angaben

Publikationsform: Dissertation (Ohne Angabe)
Keywords: aktive Toleranz; Tolerance; Toleranz; Fremdverstehen; Perspektivenvielfalt; kulturelle Vielfalt; Tolerance; Understanding the Foreign; pluralism of perspectives; cultural diversity
Themengebiete aus DDC: 800 Literatur > 800 Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft
Institutionen der Universität: Fakultäten > Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät
Fakultäten
Sprache: Deutsch
Titel an der UBT entstanden: Ja
URN: urn:nbn:de:bvb:703-opus4-14180
Eingestellt am: 24 Apr 2014 14:35
Letzte Änderung: 28 Apr 2014 07:53
URI: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/103