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The Izala Movement in Nigeria: Its Split, Relationship to Sufis and Perception of Sharīʿa Re-Implementation

URN zum Zitieren dieses Dokuments: urn:nbn:de:bvb:703-opus4-14228

Titelangaben

Ben Amara, Ramzi:
The Izala Movement in Nigeria: Its Split, Relationship to Sufis and Perception of Sharīʿa Re-Implementation.
Bayreuth , 2013 . - 381 S.
( Dissertation, 2011 , Universität Bayreuth, Bayreuth International Graduate School of African Studies - BIGSAS)

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Abstract

The Izala Movement in Nigeria: Its Split, Relationship to Sufis and Perception of Sharia Re-Implementation Abstract The religious landscape of Northern Nigeria is very heterogeneous. Nevertheless two Sufi Brotherhoods, the Tijāniyya and the Qādiriyya dominated the religious field until the 1970s. This situation changed in 1978 with the appearance of Jama’atul Izalatzul Bid’a wa Ikamatis Sunna (Society for Removal of Innovation and Reestablishment of the Sunna). This reform movement was established to fight the so called bidac (in Arabic: non-Islamic innovations) on the basis of the tradition of the Prophet. The long Islam tradition in Nigeria has to be “purified” and the model of al-salaf al-ṣāliḥ (in Arabic: the pious predecessors) should be followed. This created numerous tensions between Izala and Sufi Brotherhoods. In 1999 and during the process of transition to the Fourth Republic Nigeria, Islamic Penal Law was re-implemented by the Governor of Zamfara State Ahmad Sani Yeriman Bakuru. This step was followed by eleven northern states. This meant amongst others the introduction of ḥudūd-punishments – corporal punishments like lashing, hand amputation, or stoning to death. The re-implementation provoked a debate in and outside Nigeria. Many observers raised questions related to the constitutionality of Sharia-laws, human rights, religious freedom and to the democratic process. Opinions on this process were divided. Almost all Islamic organizations of Nigeria stood for the re-implementation of Islamic Law. Izala was among those who supported that project. Sharia goes side by side with Izala doctrine of “islamizing the society”. Izala was ready to compromise within the Sharia context and a kind of “domestication” of the long-going Izala-Sufi struggle seems to have taken place. During the Sharia-reimplementation, no Islamic organization (except of Shiite movement) risked opposing Sharia. Islamic Law was started by a single politician within a political campaign and after him the masses pushed in eleven states to have Sharia re-implemented. Izala claimed being behind the Sharia re-implementation. One could ask if this was a re-orientation strategy of the movement especially after the end of its conflict with Sufi. Do Izala really contributed to the re-implementation of Sharia law? On the basis on solid fieldwork in Northern Nigeria including participant observation, interviews with Izala, Sufis, and religion experts, and collection of unpublished material related to Izala, three aspect of the development of Izala past and present are analysed: its split, its relationship to Sufis, and its perception of Sharia re-implementation. “Field theory” of Pierre Bourdieu, “Religious Market theory” of Rodney Start, and “Modes of Religiosity theory” of Harvey Whitehouse are theoretical tools of understanding the religious landscape of northern Nigeria and the dynamics of Islamic movements and groups.

Abstract in weiterer Sprache

Die religiöse Landschaft Nordnigerias ist sehr vielfältig. Dennoch war bis in die 1970er Jahre die islamische Glaubensgemeinschaft Nordnigerias durch die beiden großen Sufi-Bruderschaften, Qādiriyya und Tijāniyya, geprägt. Diese Situation änderte sich 1978 grundlegend mit der Gründung der Jama’atul Izalatzul Bid’a wa Ikamatis Sunna (Gesellschaft zur Beseitigung der unzulässigen Innovationen und der Errichtung der Sunna). Hierbei handelte es sich um eine islamische Reformbewegung deren Ziel die Bekämpfung unislamischer Neuerungen (Arab.: bidca / bidac) sowie die Errichtung einer islamischen Gesellschaft auf Grundlage der Tradition des Propheten war. Diese religiös legitimierten Ansprüche wandten sich direkt gegen die Glaubenspraxis der Sufi-Bruderschaften. Die in Nordnigeria etablierte Glaubenspraxis sollte gereinigt und eine Gesellschaft nach Vorbild der urislamischen Gemeinde errichtet werden. Die Sufi-Bruderschaften befanden sich in der Defensive und versuchten geeint, die von der Izala Reformbewegung initiierte Debatte über islamische Werte und Normen abzuwehren. Mit der Wiedereinführung des islamischen Strafrechts im Jahr 1999 kam es zum weitreichendsten Eingriff in das nigerianische Rechtssystem Nigerias seit Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit. Sämtliche zwölf Staaten Nordnigerias führten sukzessive das islamische Strafrecht ein. Hierbei handelte es sich um eine vollständige Einführung des islamischen Strafrechts d.h. auch die bereits unter den Briten abgeschafften koranischen Körperstrafen waren wieder Teil des Strafrechts auf bundesstaatlicher Ebene. Diese Entwicklung führte zu Verwerfungen mit der nicht-muslimischen Bevölkerung der betroffenen Bundesstaaten. Aber auch unter muslimischen Intellektuellen stieß die Wiedereinführung von Teilen der Scharia nicht immer auf ungeteilte Zustimmung. Zu überstürzt, zu sehr vom politischen Ränkespiel beeinflusst oder einfach als Angriff auf internationale Menschenrechte lauteten einige der Argumente der Gegner der Einführung des islamischen Strafrechts. Nahezu alle islamischen Organisationen Nigerias standen hinter dieser Entwicklung. So auch die Izala Bewegung, die zu diesem Zeitpunkt zwar immer noch die mächtigste islamische Reformbewegung war, doch durch eine Aufspaltung in zwei Fraktionen geschwächt war. Diese Aufspaltung hatte eine Reihe von Gründen. Vordergründig ging es um gegen Mitglieder der Führungsebene gerichtete Vorwürfe, sie würden unislamischen Neuerungen Vorschub leisten. Letztendlich handelte es sich jedoch offensichtlich um einen Machtkampf innerhalb der Führung dieser Reformbewegung. Die Tatsache, dass sich im Grunde kaum eine islamische Bewegung der Welle der Scharia Wiedereinführung widersetzen konnte, mündete zumindest vorübergehend in eine Beilegung des Konflikts zwischen den Sufi-Bruderschaften und der Izala. Mit wenigen Ausnahmen beteiligten sich die islamischen Organisationen an einer mit der Wiedereinführung des islamischen Rechts einhergehenden Islamisierung des öffentlichen Lebens von Nordnigeria. Unklar ist jedoch welche Gruppe diese für viele überraschende Entwicklung initiiert hatte bzw. wessen Verdienst die Wiedereinführung der Scharia war. Letztendlich entwickelte das Scharia Projekt eine enorme Eigendynamik, die den gesamten Norden Nigeria überrollte. Die Gouverneure waren durch öffentlichen Druck gezwungen, ebenfalls die Scharia in ihrer Gänze einzuführen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden zwar geschaffen, doch die eigentliche Umsetzung ging in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich vonstatten und war vom Willen der politischen Entscheidungsträger abhängig. Ihrem Selbstverständnis nach würde die Izala Reformbewegung die Wiedereinführung des islamischen Rechts gerne für sich reklamieren. Sicherlich hat sie einen Einfluss auf diese Entwicklung nehmen können, doch ob sie nun entscheidend war oder gar die Fäden im Hintergrund gezogen hat und das Scharia Projekt orchestriert hat, bleibt fraglich. Zu viele Akteure waren und sind daran beteiligt. Die methodischen Grundlagen dieser Arbeit sind historisch-philologischer sowie sozialwissenschaftlicher Natur. Neben der Auswertung von Medienprodukten, unveröffentlichter akademischer und grauer Literatur, waren das Rückgrat dieser Dissertation zwei intensive Feldforschungen. Mit einer Reihe von religiösen Führern unterschiedlicher Provenienz, wie Izala Mitglieder, Mitgliedern von Sufi Bruderschaften oder unabhängige muslimische Intellektuelle wurden Leitfadeninterviews geführt. Den theoretischen Rahmen bildeten insbesondere die Feldtheorie von Pierre Bourdieu, die Theorie zu religiösen Märkten von Rodney Starks sowie Harvey Whitehouses Theorie zu „Modes of Religiosity“.

Weitere Angaben

Publikationsform: Dissertation (Ohne Angabe)
Keywords: Islam; Recht; Izala; Sufismus; Reformbewegung
Themengebiete aus DDC: 200 Religion > 200 Religion
200 Religion > 290 Andere Religionen
Institutionen der Universität: Graduierteneinrichtungen > BIGSAS
Graduierteneinrichtungen
Sprache: Englisch
Titel an der UBT entstanden: Ja
URN: urn:nbn:de:bvb:703-opus4-14228
Eingestellt am: 24 Apr 2014 14:34
Letzte Änderung: 11 Dec 2015 07:50
URI: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/101